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Rechtsmedizin

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Die Rechtsmedizin untersucht im Auftrag der Staatsanwaltschaft alle unnatürlichen Todesfälle, seien
dies Verkehrsunfälle, Tötungsdelikte, Suizide, ärztliche Behandlungsfehler oder plötzliche, unerwartete Todesfälle. Sehr häufig muss bei unklaren Todesfällen geklärt werden, ob eine Dritteinwirkung ausgeschlossen werden kann. Oder bei Verkehrsunfällen etwa, wer der Fahrzeuglenker war oder ob Alkohol-und/oder Drogen im Spiel waren. Mit den Ergebnissen werden nicht etwa, wie oft vermutet wird, ausschliesslich nur involvierte Personen belastet, sondern, im Gegenteil, entlastet. Die Aufgabe der Rechtsmedizin ist es, Klarheit zu schaffen. Dabei wird eng mit der Polizei zusammen gearbeitet.

Um den neuesten technischen sowie gesellschaftspolitischen Anforderungen gerecht werden zu können, bedarf es eines breit gefächerten Untersuchungsapparates. Die Rechtsmedizin hat sich in den vergangenen Jahren stark weiter entwickelt. Ein Institut besteht meist aus der medizinischen Abteilung, der Verkehrsmedizin, einer genetischen Abteilung zu DNA-Abklärungen, einer Haaranalytik und einer forensischen Psychiatrie. Der jüngste Meilenstein und mittlerweile auch nicht mehr wegzudenkende Methode sind die bildgebenden Verfahren (siehe www.virtopsy.com) wie Computertomographie, MRI und 3D-Oberflächenscanning. Die Fachärzte der Rechtsmedizin untersuchen jedoch nicht nur Verstorbene, sondern ebenfalls Opfer von Gewaltdelikten (Vergewaltigungen, Schlägereien, usw.) oder nehmen Blutproben von Fahrzeuglenkern.

Die Aufgabe von uns Humanpräparatoren besteht hauptsächlich darin, mit dem Arzt in enger
Zusammenarbeit die Autopsie durchzuführen. Hierbei spielen wir bei der Organisation und der
Durchführung eine tragende Rolle, muss sich doch der Arzt auf unsere genaue Arbeitsweise verlassen
können. Eine saubere und korrekte Wiederherstellung des Leichnams nach der Obduktion ist uns ein
sehr grosses Anliegen, wir übergeben nach erfolgter Untersuchung die Verstorbenen an die
Bestatter, respektive die Angehörigen möglichst so, dass die Autopsie keine Spuren hinterlassen hat
und einer würdevollen Abschiednahme nichts im Wege steht. Auch bei Unfällen, welche grosse Verletzungen verursachen, bemühen wir uns, diese zu verschliessen und den versehrten Körper zu rekonstruieren.

Neben den Autopsien gibt es für den Humanpräparator aber noch viele andere Aufgaben, wie z.B.: Entgegennahme der Verstorbenen und nach erfolgter Untersuchung Herausgabe an die Bestatter, Vorbereitung und Mithilfe bei der Durchführung von Studentenkursen, kaufmännische Aufgaben (Statistiken, Bestellwesen), aber auch das Herstellen von gerichtstauglichen Präparaten mittels
enzymatischer oder chemischer Methoden. Eine überaus wichtige Aufgabe ist zudem die sachgerechte Verwaltung von Asservaten, welche bis zu einem festgelegten Datum aufbewahrt werden müssen, sowie deren fachgerechte Entsorgung nach Ablauf der Aufbewahrungspflicht. Hinzu kommt die Wartung und Instandhaltung der Gerätschaften und Instrumentarien. Neben der Haupttätigkeit der Humanpräparatoren, dem Ausführen der Autopsien, können sich auch die zusätzlichen Aufgaben von Institut zu Institut unterscheiden, da nicht jeder Betrieb die gleich  grossen topographischen Gebiete abdeckt und auch nicht jedes Institut einer Universität angeschlossen ist. Diese Diversität unseres Berufes ist jedoch nicht als Nachteil zu werten, sondern soll als Chance gesehen werden, sich dauernd weiter zu entwickeln und sich den jeweiligen Bedürfnissen anzupassen! Notwendigkeit der Zustimmung regelt das kantonale Gesundheitsgesetz).

Das Institut für Klinische Pathologie der Universität Zürich, um dies als Beispiel zu nennen, ist verantwortlich für die gesamte Breite der morphologischen Diagnostik, sowie für Aus-, Weiter- und Fortbildung auf dem Gebiet der Pathologie.(Ein Spital sieht sich daher auch als Lehranstalt, da sie für
die Ausbildung der zukünftigen Ärzte verantwortlich ist).Daher gibt es auch diverse Studentenkurse. Ein Schwerpunkt des Instituts ist die klinisch orientierte Forschung mittels molekularer Methoden. Das Institut für Klinische Pathologie besteht aus den Abteilungen Biopsie/Autopsie, Zytologie, Pädopathologie, Neuropathologie sowie Molekularpathologie (Diagnostik/Forschung). Das gemeinsam mit dem Institut für Sozial- und Präventivmedizin geführte Krebsregister der Kantone Zürich und Zug
übt eine wichtige Funktion bei der Tumordokumentation und Inzidenzerfassung von
Krebserkrankungen aus.

Das Ziel des Institutes ist eine hoch spezialisierte Diagnostik auf universitärem Niveau, dafür kann sich das Institut nach den Normen ISO 15189 und ISO/IEC 17025 sowie ISO/IEC 17020 akkreditieren lassen. Das Institut für Klinische Pathologie übt dadurch eine Zentrumsfunktion für Pathologie aus. Es werden gleichzeitig hohe Leistungen in der klinischen (patientenorientierten) Forschung und in der
Lehre angestrebt.

Die Autopsie wird in einem kleinen Team durchgeführt (ein Humanpräparator und ein Assistenzarzt in Begleitung eines Oberarztes). Anschliessend wird die Diagnose mit dem Oberarzt besprochen (nur die makroskopische/ mit dem blossem Auge sichtbaren Befunde). Die endgültige Diagnose, welches die Histologie (mikroskopische Befundung) mit einschliesst, wird anschliessend in einem Bericht dem Auftraggeber zugesendet. Intern werden die makroskopischen Befunde den Klinikern direkt gezeigt. Dies ist zur Qualitätssicherung wichtig, d.h., falls es z.B. eine neue Operationstechnik oder auch neues OP-Material gibt, muss natürlich darauf geachtet werden ob eine gute Wundheilung erfolgt ist oder ob sonstige Komplikationen aufgetreten sind. Dies kann man auch bei neuartigen Therapien verfolgen. Die Qualitätssicherung dient aber auch bei der schon gestellten Diagnose. Heut zu Tage umfasst der Beruf des Humanpräparator noch viele zusätzliche Tätigkeiten auf, welche je nach Institut variieren, zum Beispiel Mithilfe in den Labors, Verwaltung der Asservate, Betreuung des Bestellwesens, das Führen von Statistiken, Kontakte mit Behörden, Bestattern und Angehörigen, uvm.
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