

Geschichte
Der Human Präparator, oder auch Medizinischer Präparator, hat eine wechselvolle Geschichte hinter sich. Die Fähigkeit, menschliche Körper und Körperteile zu präparieren und haltbar zu machen, entwickelte sich parallel mit dem Fortschritt der Medizin. In der Antike erfolgte das «Zergliedern» von Leichen zum Studium des Körpers und zu Ausbildungszwecken durch Forscher und Ärzte.
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Im Mittelalter, als die Chirurgie von der Medizin getrennt wurde, oblag die praktische Ausführung einer Obduktion dem Prosektor (Sezierer, Sektionsgehilfe). Danach wurden die praktischen und technischen Tätigkeiten wieder von Ärzten übernommen und der Prosektor vom Sektionstisch verdrängt.
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Das 19. Jahrhundert brachte auf dem Gebiet der Präparation viele neue Entwicklungen und damit erfolgte ein Aufstieg zum Partner von Chirurgen und Anatomen. Der Human Präparator wurde wieder zur rechten Hand des forschenden und unterrichtenden Mediziners. Durch die Weiterentwicklung vieler Techniken erfolgte dann im 20. Jahrhundert eine allmähliche Trennung zwischen Prosektoren und Präparatoren. Der eigene Berufsstand des Human Präparators konnte sich damit herausbilden.
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Wie wird man Human Präparator?
Die wohl häufigste Frage, die uns gestellt wird...
Human Präparator ist in der Schweiz leider keine Ausbildung mit Lehrstelle mehr, wie man sie heute kennt. Zuerst wird ein Betrieb benötigt, in welchem man ausgebildet wird. Parallel dazu bildet das Selbststudium den grössten Teil der Ausbildung. Fortbildungskurse (freiwillig) und Praktika (obligatorisch) gehören dazu und erfüllt man vorgegebene Kriterien, kann man schlussendlich eine Prüfung zum Human Präparator mit eidg. Fachausweis absolvieren.
Da eine abgeschlossene Erstausbildung notwendig ist, wird man im Normalfall auch wie eine ausgebildete Person bezahlt.
Weitere Informationen
Über die Fachdisziplinen Rechtsmedizin, Pathologie und Anatomie (siehe Berufsinformationen) können Sie viel Wissenswertes über unseren Beruf erfahren.
Einstieg in die Welt der Human PräparatorInnen - Schritt für Schritt
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Da es für den Beruf der Human Präparatorin / des Human Präparators keine klassische Lehrstelle gibt, unterscheidet sich der Bewerbungsprozess von anderen Berufen. Bitte beachte die folgenden Schritte für deine Stellensuche:
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1. Eigeninitiative: Das Institut direkt kontaktieren
Der Weg in den Beruf führt ausschliesslich über eine direkte Anstellung bei einem entsprechenden Institut.
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Wo bewerben? Mögliche Arbeitgeber sind Pathologische Institute von Kantonsspitälern, Institute für Rechtsmedizin (IRM) oder Anatomische Institute der Universitäten.
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Was tun? Sende deine Bewerbungsunterlagen direkt an die Leitung der jeweiligen Institute. Dort wird entschieden, ob Kapazitäten für eine Einarbeitung oder Ausbildung vorhanden sind.​
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2. Der nächste Schritt: Das Praktikum
Wir empfehlen allen Interessenten, vorab ein Praktikum zu absolvieren.
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Die Arbeit im Sektionssaal ist physisch und psychisch anspruchsvoll.
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Ein Praktikum gibt dir die Gewissheit, ob du der täglichen Konfrontation mit Verstorbenen und den spezifischen Gerüchen gewachsen bist.
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Für Institute kann ein erfolgreich absolviertes Praktikum den Entscheid für eine Festanstellung begünstigen.
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3. Wichtiger Hinweis: Keine Stellenvermittlung durch den VSHP
Bitte beachte, dass der VSHP (Schweizerischer Verband der Humanpräparatoren) selbst keine Stellen anbietet und keine Ausbildungsplätze vermittelt.
Als Berufsverband sind wir für die Vernetzung, Qualitätssicherung und die Organisation der Fachprüfungen zuständig. Wir führen keine Liste offener Praktikumsplätze. Deine Anfrage muss daher immer direkt an die Spitäler oder Universitätsinstitute gerichtet werden.
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