Verband Schweizerischer Anatomie - Pathologie Präparatoren

 

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Bericht über die Herbst-Fortbildungsveranstaltung 2011 in Zürich
Text und Bilder von Maria Weimann, IRM ZH

Bei herrlichem Wetter begann unsere Weiterbildung am Samstag den 20.09.2011 zum Thema Rekonstruktion und Nahttechniken.
Verena Kilchenmann, Teamleiterin der MTA`s des Instituts für Rechtsmedizin Zürich, führte uns durch den
 

Tag im Krematorium Nordheim Zürich.

 


Fortbildungsveranstaltung am 09.04.2011 am Institut für Pathologie

der Universität Basel.

Eine Gemeinschaftsveranstaltung von Anatomie, Pathologie und Rechtsmedizin Basel-Stadt.


Dieser Tag versprach nicht nur, interessant zu werden – er war es auch.

Denn dank des vielseitigen und aus allen Fachrichtungen unseres Berufes bestehenden Angebots wurde diese Veranstaltung von fast der Hälfte der Mitglieder unseres Verbandes besucht.

Ralph Schoch und seinen Mitorganisatoren gelang es, Referenten aus den Fachrichtungen Pathologie und Rechtsmedizin für Vorträge zu gewinnen sowie die Kollegen Roger Kurz und Peter Zimmermann, uns nachmittags die Anatomie der Universität Basel zu zeigen. Es ist nicht selbstverständlich und daher sind wir umso mehr zu Dank verpflichtet, wenn sich Freiwillige zusätzlich an einem Samstag zugunsten unseres Verbandes für eine Weiterbildung engagieren.

 

Nicht eine Minute lang hatte man das Bedürfnis – wie das wohl jedermann von Vorträgen kennt – kurz ein Nickerchen machen zu wollen. Dafür waren die Vorträge einfach zu gut.

 

Den ersten Vortrag hielt Herr Dr. phil. Franz Dussy, IRM Basel über Neuigkeiten vom Betäubungsmittelmarkt. Wie in anderen Bereichen auch, sind viele Stoffe übers Internet erhältlich, manchmal sind sie nicht auf den ersten Blick als Betäubungsmittel zu erkennen, da Verpackung und Aufschrift natürlich nicht explizit darauf hinweisen. Hinzu kommt die Schwierigkeit, neue Substanzen zu erkennen, bevor sie schliesslich in der Betäubungsmittelverordnung erfasst werden können, um Anbieter und Benutzer strafrechtlich zu belangen.

 

Herr Dr. med. Holger Wittig, IRM Basel erklärte im zweiten Vortrag anhand einiger Fallbeispiele unter Berücksichtigung besonderer Präparationstechniken (wie zum Beispiel die Mazeration, die ein wichtiger Bestandteil unseres Berufes ist und bleibt, auch wenn sie womöglich nicht mehr überall täglich zur Anwendung kommt) die Rekonstruktion von Verkehrsunfällen. Besonders das Beispiel des Gokart-Wagens, bei welchem auch dank den Überroll-Versuchen der Rechtsmedizin nun bei einigen Modellen ein Überfallbügel zur Erhöhung der Sicherheit am Wagen angebracht werden muss, machte Eindruck.

 

Nachfolgend stellte Herr Dr. med. Thomas Menter, Institut für Pathologie Basel einige Studien vor, welche die Bedeutung der Autopsie aus der Sicht der Kliniker und Pathologen erklären. Daraus wird klar, dass diese nach wie vor nicht an Wichtigkeit eingebüsst hat, allerdings sind einige Hürden zu bewältigen, die rückläufigen Autopsiezahlen ist nur eine davon.

 

Der letzte Beitrag des Vormittags stammte schliesslich von Prof. A. Lugli, Stv. Direktor der Pathologie Bern, welche die wahre Todesursache Napoleons aufzeigte. Spannend und mit grossem geschichtlichem Hintergrund wurde dargelegt, weshalb dieser Mann an einem Magenkarzinom verstorben ist und eine Arsenvergiftung für das Hinscheiden nicht der Grund gewesen sein kann. Schriftliche Aufzeichnungen der Ärzte Napoleons, u. a. auch das Messen der Hosenbunde, statistische Auswertungen von Autopsien, usw. liessen diese Schlussfolgerungen zu.

 

Das Mittagessen, welches grosszügigerweise von der Firma Biosystems AG offeriert wurde, konnten wir dank des prächtigen Wetters unter freiem Himmel geniessen

 

Am Nachmittag spazierten wir vom Institut für Pathologie Richtung Anatomie und konnten bei dieser Gelegenheit noch von aussen die neue Kinderklinik beider Basel betrachten. Ein zweifellos modernes Gebäude.

Roger Kurz und Peter Zimmermann führten uns, wie eingangs erwähnt, durch grosszügige, schöne Präpariersääle der Anatomie, zeigten uns ihr Arbeitsfeld und angewendete Techniken, den Hörsaal und natürlich das Museum, bei welchem man sieht, dass es mit viel Hingabe, Wissen und Interesse betreut wird. Man hatte genügend Zeit, sich die Verschiedenen Präparate anzusehen und auch etwas über den geschichtlichen Hintergrund einiger Exponate zu erfahren.

 

Immer wieder fanden sich zwischen den einzelnen Darbietungen Gelegenheiten, sich mit Berufskollegen auszutauschen und zu plaudern. So, wie es eben sein sollte.

   

Eine war eine wirklich gut gelungene Fortbildung. An dieser Stelle bedanke ich mich im Namen des Verbandes bei allen Beteiligten für ihren Einsatz.

 

Bericht von Verena Jaggi